Das
Motorradgeschäft war Anfang der sechziger Jahre am Boden, bis zum Herbst 1972 !
Jeder der die Branche für tot erklärt hatte, wurde spätestens auf der Kölner
IFMA eines besseren belehrt. "Größer, stärker und schneller-" keine
Aussage hätte die Show treffender umschreiben können.
Allen voran Kawasaki.
entgegen der internen Absprache innerhalb japanischer Firmen, keine Maschine über
750 ccm zu konstruieren, präsentierte das Werk die 900 Super 4, kurz
"Z1", ein Motorrad der Superlative mit 82 PS und 220 km/h Spitze.
Und was hatte Honda dagegenzusetzen?
Noch im Dezember 1972 stürzten sich Honda-Versuchsingenieure auf die
Herausforderung. geplant war ein Motorrad, das in jeder Hinsicht die sportliche Z1
übertreffen sollte. Die Leitung des Projektes übernahm Soichiro Irimajiri, der
bereits 1964 als 24jähriger die sensationelle Rc 164 konstruiert hatte. So wundert
es nicht, daß der Viertaktspezialist wieder ein Sechszylindertriebwerk entwarf.
Diesmal allerdings als längsliegendes, flüssigkeitsgekühltes 1470er
ohc-Sechszylinder-Boxeraggregat. Mit kommoden 61 Ps lief der Sechszylinder
seidenweich und verfügte über ein breites Drehzahlband. Für die schnelle
Realisierung des Vorhabens bediente man sich erprobter BMW-Bauteile.
Trotz positiver Testergebnisse sollte die AOK, wie man den Prototyp nannte, nie in
Serie gehen. Der "Luxusliner" griff seiner Zeit zu weit voraus. Doch das
Projekt Supertourer war damit nicht gestorben. Honda befand sich im Zugzwang, mußte
mit einem neuen Modell kontern. Und so entstand ein glattflächiger,
flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-Boxermotor mit 999 ccm, der mit bisher
bekannten Motorradtriebwerken wenig gemeinsam hatte.
Den Zahnriementrieb für die obenliegende Nockenwelle pro Zylinder hatten die
Ingenieure aus dem Pkw-Bau übernommen. Für den Gaswechsel waren pro Brennraum zwei
Ventile zuständig, vier 32er Keihin-Gleichdruckvergaser sorgten für die
Gemischaufbereitung. Der Kurzhuber leistete stramme 82 PS bei 7.500 U/min, das
maximale Drehmoment von 8,2 mkp erreichte der Motor bei 6.500 Umdrehungen.
Als Präsentationsort des neuen Supersporttourers fiel die Wahl auf die IFMA in
Köln. Stand bei der Motorradshow 1972 die Kawasaki "Z1" im Rampenlicht,
feierte 1974 die Honda GL 1000 Gold Wing Weltpremiere.
1974 Die
GL 1000 "Gold Wing", die ihren
Namen
von Hondas traditionellem Firmenemblem erhielt, setzte neue, außergewöhnlich hohe
Maßstäbe bei Leistung und Komfort im Motorradbau. Die Motorradwelt war von der
gewaltigen Größe und der Luxusausstattung dieses neuen Supertourers und dessen
wassergekühlten Vierzylinder-Boxermotors überwältigt.
1975 brachte Honda die GL 1000 Gold
Wing, mit Vierzylinder- Boxer und ohne Verkleidung.
Die Werbung betonte, dass der Stahlrohr-Rahmen gänzlich vom Computer berechnet sei.
Doch offenbar ohne die Programmpunkte
"Deutsche Autobahn", "Deutsche Landstraße" sowie "Kurven
aller Art". Die GL 1000 glich einem Wackelpudding, eierte schon auf der Geraden
und warf auch einige Biker einfach ab, weil sie sich aufschaukelte.
Durch folgenschwere Unfälle aufgrund des schwachen Fahrwerks und damit verbundene
Gerichtsverfahren war das Motorrad in Verruf gekommen.
Die weltweite Test-Empörung ließ die japanischen Konstrukteure ungewöhnlich rasch
reagieren. Sie verpassten ihrer sportlich gemeinten Gold Wing das Image der
Reisesänfte.
Kein Mensch sprach mehr vom sportlichen Supertourer, die
Honda-Leute am allerwenigsten. Und so wurde 1980 aus der agilen GL 1000 der
Luxustourer GL 1100 Gold Wing.
Zunächst bekam sie 1100 Kubik,
dann eine Vollverkleidung, danach 1200 Kubik. 1987 wurde sie zum 1500er
Sechszylinder. Ab da wurde die Gold Wing zum Longseller mit mehr als 500.000
Einheiten. Vor allem die Amerikaner, in deren Bundesstaat Ohio die Gold Wing seit
1979 gebaut wird, verehren sie als perfekten Untersatz zum "Meilen
fressen".
Nachdem die Gold Wing nun ganz klar als Tourenmotorrad definiert wurde, regte sich
plötzlich niemand mehr über zu wenig Schräglagenfreiheit oder über zu hohes
Gewicht auf. Die Fangemeinde wuchs ständig; es sollte nicht mehr lange dauern, bis
die Gold Wing einen ähnlichen Kultstatus eingenommen hatte, den man von der
Traditionsmarke Harley-Davidson kannte.
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GL 1000
Viertakt-Vierzylinder-Boxer
81,6 PS (60 kW) bei 7500/min
80 Nm (8,2 mkp) bei 6500/min
295 kg |
GL 1000 K1 Bj.76
GL 1
GL 1000 K2 Bj 77
GL 1 |
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GL 1000
Viertakt-Vierzylinder-Boxer
77,5 PS (57 kW) bei 7000/min
82 Nm (8,4 mkp) bei 5500/min
298 kg |
GL 1000 K3 Bj 78
GL 2
GL 1000 Z Bj 80
GL 2 |
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GL 1100 (1980-81 / 1982 / 1983)
Viertakt-Vierzylinder-Boxer
83 PS (61 kW) bei 7500/min
90 Nm (9,2 mkp) bei 5500/min
294 kg |
GL 1100 SC 02 Bj 80
Bj 81-2100001-
Bj80 mit Verkl 4021107-
Bj 81 mit Verkl 41000001- |
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GL 1100 Interstate (1980-81 /
1982 / 1983)
Viertakt-Vierzylinder-Boxer
83 PS (61 kW) bei 7500/min
90 Nm (9,2 mkp) bei 5500/min
334 kg |
GL 1100 ,DX
( SC 02) |
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GL 1100 Aspencade (1982 - 1983)
Viertakt-Vierzylinder-Boxer
83 PS (61 kW) bei 7500/min
90 Nm (9,2 mkp) bei 5500/min
345 kg |
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GL 1200 (1984 - 1985)
Viertakt-Vierzylinder-Boxer
94 PS (69 kW) bei 7000/min
105 Nm (10,7 mkp) bei 5500/min
296 kg |
GL 1200 DX
(SC 14)
GL 1200 SC 14 Bj 84-87 |
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GL 1200 Interstate (1984 - 1985)
Viertakt-Vierzylinder-Boxer
94 PS (69 kW) bei 7000/min
105 Nm (10,7 mkp) bei 5500/min
342 kg |
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GL 1200 Aspencade (1984 - 1985)
Viertakt-Vierzylinder-Boxer
94 PS (69 kW) bei 7000/min
105 Nm (10,7 mkp) bei 5500/min
353 kg |
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GL 1200 Aspencade (ab 85)
Viertakt-Vierzylinder-Boxer
94 PS (69 kW) bei 7000/min
105 Nm (10,7 mkp) bei 5500/min
356 kg |
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GL 1500 (ab 87)
Viertakt-Sechszylinder-Boxer
100,6 PS (74 kW) bei 5200/min
150 Nm (15,3 mkp) bei 4000/min
385 kg |
GL 1500 (SC 22)
88-93/94/95
GL 1500 SE (SC22) 94/96/97
GL 1500 / SE ( SC22) 88-00 |
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GL 1520 (ab 97)
Viertakt-Sechszylinder-Boxer
100,5 PS (74 kW ) bei 5100/min
150 Nm (15,3 mkp) bei 4000/min |
Gl 1520 (SC34) 97-00 |
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GL 1800 (ab 2001)
Viertakt-Sechszylinder-Boxer
119 PS (87 kW) bei 5.500/min
167 Nm bei 4000/min
363 kg |
GL
1800 |
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